Thomas de Maizière: So gut kann Überwachung aussehen

Wo er auftaucht, wird Mode groß geschrieben. Jetzt hat uns der Innenminister exklusiv seine besten Style-Tipps anvertraut und verrät, warum er immer so gut aussieht.

netzpolitik.org: Sie sind bekannt für Ihre minimalistischen und schicken Outfits. Was halten Ihre Mitarbeiter im BMI von Ihrem Style?

Thomas de Maizière: Eine Zeit lang war es für mich ein Indikator dafür, dass ich mit einem Look richtig lag, wenn einer der Mitarbeiter sagte: „Das geht gar nicht!“ Dann wusste ich: Genau das will ich anziehen!

netzpolitik.org: Waren da Sachen dabei, von denen Sie rückblickend sagen würden, dass Sie die besser nicht angezogen hätten?

Thomas de Maizière: Es gibt viele, von denen andere sagen, dass ich sie besser nicht angezogen hätte. Zum Beispiel der Tarnfleck-Kampfanzug, den ich bei meinem Auftritt in Afghanistan getragen habe. Mir ist so eine Kritik egal: Der Style war angemessen und vor allem authentisch.

netzpolitik.org: Bei der Pressekonferenz zu Ihrem neuen Sicherheitspaket tragen Sie ausschließlich zurückhaltende Farben. Warum?

Thomas de Maizière: Die Idee war, Farbwelten aufeinandertreffen zu lassen, die Gelassenheit und Ruhe ausstrahlen. Und die Mitarbeiter aus der Presseabteilung hatten ziemlich schnell andere Farben unter sich aufgeteilt. Da bin ich bei Anthrazit gelandet, weil ich auch auf jeden Fall was Leuchtendes, Strahlendes wollte, denn so sehe ich mich.

netzpolitik.org: Welche Farben gehören gerade noch zu Ihren Favoriten?

Thomas de Maizière: Zurzeit liebe ich privat Gold und Silber, überhaupt alles in Metallic. Und Sachen, die eine spannende Struktur haben. Ich fühle mich im Moment sehr aufgeraut, das möchte ich auch tragen.

netzpolitik.org: Spiegelt sich Ihre Stimmung immer in Ihrer Kleidung?

Thomas de Maizière: Definitiv! Mir wird man immer ansehen, was los ist. Ich kann mich auch nicht verstellen, ich bin ein schlechter Schauspieler. Das Wichtigste ist, dass ich mich in meinen Klamotten wohlfühle. Wenn ich das Gefühl habe, heute ist was Besonderes, dann kleide ich mich auch so. Aber natürlich gibt es bei mir auch Jeans-und-T-Shirt-Tage.

netzpolitik.org: Was geht immer?

Thomas de Maizière: Gestreifte Sachen. Mir passiert es total oft, dass ich was Neues kaufen will und dann doch wieder mit einem gestreiften Anzug nach Hause gehe, obwohl ich wirklich mehr als genug davon habe.

netzpolitik.org: Lange Zeit galt Heiko Maas als der schickste Minister. Haben Sie ihm den Rang abgelaufen?

Thomas de Maizière: Danke für diese Frage, aber das müssen die Menschen im Land entscheiden.

netzpolitik.org: Achten Sie beim Shoppen selbst auf Nachhaltigkeit?

Thomas de Maizière: Ja, früher waren mir solche Sachen egal, da ging es nur um die Farbe oder den Schnitt. Heute schaue ich schon, wo ein Teil herkommt. Und ich würde mir wünschen, dass alle großen Labels darauf achten würden, dass ihre Sachen fair produziert werden.

netzpolitik.org: Was empfehlen Sie, wenn man ein bisschen Minister-Feeling im Alltag haben möchte?

Thomas de Maizière: Das Selbstbewusstsein kann man nicht kaufen, aber Stück für Stück anziehen. Ich mache mich in erster Linie für mich hübsch. Das fängt schon bei schöner Unterwäsche an. Dazu glänzende Schuhe und auf alle Fälle was Glitzerndes. Dann kommt der Rest von alleine. Und immer daran denken: Man kann sich nicht so anziehen, dass es jedem gefällt.


Thomas de Maizière hat uns folgenden Look empfohlen:

Quelle: Netzpolitik