Was vom Tage übrig blieb: Gesichtserkennung, Porno-Doxxing und eine geölte Schweizer Manipulationsmaschine

Ob wir das Bild auf WeChat posten dürften?

The Privacy Cost Of Digi Yatra’s Seamless Travel Promise (Huffington Post India)
Wie in Deutschland und den USA können Reisende nun auch in Indien mithilfe von Gesichtserkennung einchecken. Digi Yatra heißt das Programm, und wie in anderen Ländern verspricht es schnellere und einfachere Reisen – und wie in anderen Ländern gibt es Probleme mit dem Datenschutz. In Indien kommt noch dazu, dass das Land (noch) kein eigenes Datenschutzgesetz hat. Außerdem soll das Programm mit dem notorisch leckigen Aadhaar-Biometriesystem verbunden werden.

Demonstrationen werden nicht genehmigt (HanningVoigts.de)
Hanning Voigts von der Frankfurter Rundschau räumt in einem privaten Blogbeitrag mit der viel verbreiteten Fehlannahme auf, dass Demonstrationen in Deutschland genehmigt werden müssen. Das Versammlungsrecht ist ein Grundrecht und Versammlungen müssen in Deutschland nur angemeldet werden. Unter ganz besonderen Umständen können Demonstrationen aber verboten werden. Was eher selten passiert. Wie das mit der Organisation einer Demo geht, haben wir zuletzt in einem Leitfaden beschrieben.

How Pornhub Enables Doxing and Harassment (Vice Motherboard)
22 Frauen verklagen den PornHub-Partner Girls Do Porn. Für diesen hatten sie Pornos gedreht – mit dem Versprechen, dass diese niemals öffentlich zu sehen sein würden. Doch dann landeten sie einfach auf der PornHub-Seite. Sie wurden zur Unterzeichnung von unvollständigen Verträgen gedrängt, sagt ihr Anwalt. Viele wurden gedoxxt und öffentlich bloß gestellt.

Fake News! Wie eine Schweizer Plattform der AfD in die Hände spielt (storytelling.blick.ch)
Eine Webseite mit dem Namen „Schweizer Morgenpost“ (Smopo) verteilt rechte Falschmeldungen und Desinformation. Simon Huwiler hat sich die Smopo näher angeschaut, den Macher gefunden und sich die Rolle der Seite bei der rechtsradikalen Mobilisierung gegen den UN-Migrationspakt angeschaut. (via BILDBlog)

(Can’t) Picture This 2: An Analysis of WeChat’s Realtime Image Filtering in Chats (Citizen Lab)
Eine Analyse von Citizen Lab untersuchte, wie die Echtzeit-Filterung auf Chinas beliebteste Social-Media-Plattform WeChat funktioniert. Die Recherche deckt unter anderem auf, wie unterschiedlich einzelne Bilder eingeschätzt und mit einer „Blacklist“ abgeglichen werden. Die Zensur der Bilder reagiert besonders auf politische Inhalte, wie der Verhaftung von Huawei CFO oder auch die US-Midterm Wahlen 2018.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.


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Quelle: Netzpolitik